Aussteuerung – nach der 2-jährigen Rahmenfrist für den Leistungsbezug

Je nach Alter und nachgewiesener Beitragszeit bzw. Befreiung von der Erfüllung der Beitragszeit, haben Sie Anspruch auf 90 bis max. 520 Taggelder (Art. 27 AVIG) innerhalb der 2-jährigen Rahmenfrist für den Leistungsbezug.

Bei einem ununterbrochenen Leistungsbezug ergibt dies bei

  • 90 Taggeldern eine Bezugsdauer von ca. 4 Monate
  • 200 Taggeldern eine Bezugsdauer von ca. 9 Monaten
  • 260 Taggeldern eine Bezugsdauer von ca. 12 Monaten
  • 400 Taggeldern eine Bezugsdauer von ca. 18 Monaten
  • 520 Taggeldern eine Bezugsdauer von 24 Monaten

Sofern Sie sich innerhalb von vier Jahren vor Erreichen des ordentlichen AHV-Alters – im Anschluss an ein überjähriges Arbeitsverhältnis - zum Bezug von Arbeitslosenentschädigung melden, haben Sie einen zusätzlichen Anspruch von 120 Taggeldern (Art. 41 b AVIV). Dies entspricht einer Bezugsdauer von ca. 6 Monaten.

Gelingt es Ihnen in dieser 2-jährigen Rahmenfrist für den Leistungsbezug (Art. 9 AVIG) nicht, die für den weiteren Leistungsbezug notwendige Mindestbeitragszeit von zwölf Monaten zu erarbeiten, erlischt der Anspruch auf weitere Taggeldleistungen mit dem Bezug des letzten Taggeldes bzw. mit dem Ende Ihrer Rahmenfrist Leistungsbezug. Ab diesem Zeitpunkt geltend Sie als ausgesteuert.

Finanzielle Unterstützung durch das Sozialamt Ihrer Wohngemeinde:

Wenn Sie nach dem Wegfall Ihres Taggeld-Anspruchs Ihre Existenz nicht mehr selbst sicherstellen können und deshalb gezwungen sind, wirtschaftliche Sozialhilfe zu beantragen, informiert Sie Ihr RAV (Regionales Arbeitsvermittlungszentrum) über das weitere Vorgehen. Am besten informieren Sie sich bereits, bevor Ihr Taggeldanspruch erlischt. Das RAV zeigt Ihnen die weiteren Schritte und kann Ihnen einen reibungslosen und konstruktiven Übergang zum Sozialamt gewährleisten.

Selbstverständlich können Sie auch ohne Taggeld-Anspruch beim RAV angemeldet bleiben. Das RAV ist Ihnen weiterhin bei der Stellensuche behilflich.