Zwischenverdienst während der Arbeitslosigkeit

Als Zwischenverdienst gilt jedes Einkommen aus unselbständiger oderselbständiger Erwerbstätigkeit, das Sie innerhalb einer Kontrollperiode (Kalendermonat) erzielen und das unter den durchschnittlichen monatlichen Leistungen der Arbeitslosenversicherung liegt. Das betrifft sowohl das Einkommen

  • aus einer vorübergehenden Tätigkeit (Aushilfe, Teilzeit- oder Temporäreinsatz, befristetes Arbeitsverhältnis, Saisonbeschäftigung) als auch
  • aus einer dauerhaften Teil- oder Vollzeitstelle.

Vorteile bei einem Zwischenverdienst

Mit einem Zwischenverdienst verbessert sich Ihre finanzielle Situation. Das Erwerbseinkommen und die Kompensationszahlungen der Arbeitslosenkasse sind zusammen höher als die „normale“ Arbeitslosenentschädigung für einen Monat. Zusätzlich erarbeiten Sie sich mit dem Zwischenverdienst neue Beitragszeit, was bei einer andauernden Arbeitslosigkeit für den späteren Leistungsbezug entscheidend sein kann. Ein Zwischenverdienst ermöglicht Ihnen, Ihre beruflichen Erfahrungen zu erweitern und Kontakte für eine weitere Beschäftigung zu knüpfen.

Wichtige Hinweise betreffend

  • Lohn: Der Zwischenverdienst muss orts- und berufsüblichen Löhnen entsprechen. Der Arbeitgeber muss sich an gesamtarbeitsvertraglich vereinbarte Löhne (GAV) halten. Fehlen Gesamtarbeitsverträge, sind Lohnempfehlungen von Berufsverbänden zu berücksichtigen.
     
  • Verdienstausfall: Als Verdienstausfall gilt die Differenz zwischen dem in der Kontrollperiode erzielten Zwischenverdienst und dem versicherten Verdienst. Der anrechenbare Zwischenverdienst richtet sich nach dem berufs- und ortsüblichen Ansatz für die betreffende Arbeit. Die Anrechnung erfolgt mit Aufnahme des Arbeitsverhältnisses.

Beispiel:

  • Die Zwischendienst-Vollzeitbeschäftigung bei der Firma A wird mit CHF 3‘500.-- entschädigt. Berufs- und ortsüblich für diese Tätigkeit ist jedoch ein Lohn von CHF 4‘800.--. In diesem Fall rechnet die Kasse einen fiktiven Zwischenverdienst von CHF 4‘800.-- an, obwohl nur ein Lohn von CHF 3‘500.-- ausbezahlt wurde. Da diese Stelle somit „finanziell“ unzumutbar ist (Art. 16 AVIG), kann sie ohne jegliche Sanktion sofort aufgegeben werden.
     
  • Diese Art der fiktiven Aufrechnung gilt auch bei Arbeitsverhältnissen, die auf Provisionsbasis entschädigt werden. Die Kasse rechnet dem Versicherten mit Aufnahme des Arbeitsverhältnisses einen berufs- und ortsüblichen Lohn an, auch wenn der Versicherte in den ersten Monaten, zum Beispiel mangels Erfahrung oder mangels Kunden, noch keine Provision erzielen konnte.

Entstehungsprinzip:

Bei der Anrechnung eines Zwischenverdienstes gilt das Entstehungsprinzip. Die Arbeitslosenkasse rechnet den geschuldeten Lohn in derjenigen Kontrollperiode an, in welcher der Versicherte die Arbeit geleistet hat. Betreffend Kündigungsfristen, Lohnfortzahlung usw. gelten gesamtarbeitsvertragliche Regelungen bzw. das OR auch bei einem Zwischenverdienst.